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Gesundheitssystem in Tanzania

Kulturelle Eigenarten im Gesundheitsbereich

Vergleich Deuschland - Tanzania

Medizin der Armut

PHC- now more than ever

PHC und christliche Werte

Primary Health Care Strategie

Transferprobleme

Antwort der WHO

Deklaration Alma Ata 1978

Tübinger Konsultationen

6 Säulen von PHC

Die 7 Prinzipien

Die 8 Elemente

Die Rolle des Arztes

Die 2 Pfeiler ärztlichen Handelns

Zusammenfassung

Links und Literaturempfehlung

PHC in Tanzania

Literaturempfehlungen

Reformen Gesundheitsversorgung

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Die Ebenbildlichkeit Gottes verbürgt jedem Menschen ein Recht auf Leben. In einer gefallenen Welt wird dieses Recht durch Krankheit und Tod bedroht. Ein Gesundheitssystem entspricht folglich dem christlichen Wertesystem, wenn es möglichst vielen Menschen zur Durchsetzung ihres Rechtes auf Leben verhilft. In einem Gesundheitssystem, das nach den Prinzipien der Primary Health Care gestaltet wird, werden die Ressourcen so alloziiert, dass möglichst viele Menschen davon profitieren. Die einseitige Bevorzugung einer Elite mit öffentlichen Mitteln widerspricht der Primary Health Care ebenso wie dem christlichen Menschenbild. Primary Health Care entspricht damit der im Schöpfungsbencht geforderten Startchancengerechtigkeit.

…Gott (schuf) den Menschen als kommunikatives Gegenüber. Der Mensch soll Verantwortung für seine Gesundheit übernehmen und an den Entscheidungen, die ihn betreffen, partizipieren. Dies ist zweifelsohne eine Grundforderung des PHC: Gesundheit soll durch eine „Community Based Health Care“ geschaffen werden, wo jedes Individuum aktiv am Gesundheitswesen partizipiert. Dies entspricht auch dem christlichen Heilungsverständnis: Nicht der Arzt oder das Krankenhaus heilen den Patienten, sondern die ganze Gemeinde hat Verantwortung für die Gesundheit ihrer Mitglieder. Die Übereinstimmung zwischen dem christlichen Heilungsverständnis und der PHC-Konzeption ist nicht verwunderlich, da die Deklaration von Alma Ata auf den Tübinger Erklärungen aufbaut.

…. (D)ie Förderung des Basisgesundheitswesens (ist) Ausdruck einer Nächstenliebe, die nicht nur den unmittelbar Nächsten sieht, sondern auch die große Zahl der „Übernächsten“. Die humanitäre Hilfe, die beispielsweise ein Chirurg in einem größeren Krankenhaus leistet, ist zweifelsohne Ausdruck der Nächstenliebe. Aber auch der Bau von Latrinen oder die Bekämpfung der Anopheles (Mücke= überträgt den Erreger der Malaria, Red.) kann eine Konsequenz dieses christlichen Wertes sein. Und so erscheint es angesichts der Ergebnisse dieser Analysen als ein Akt christlicher Nächstenliebe, ein Tertiärkrankenhaus zu schließen und stattdessen Präventionsprogramme, Dispensarien und Gesundheitszentren aufzubauen. Gerade Christen werden jedoch die Spannung zwischen individueller Nächstenliebe und gesamtgesellschaftlicher Gesundheitspolitik, zwischen humanitärer Tat und langfristiger Entwicklungshilfe schmerzlich empfinden. Die Kirche wandelt im Vorletzten, und auch die kirchliche Entwicklungshilfe kann kein Paradies schaffen.

Fleßa, Steffen , Gesundheitsreformen in Entwicklungsländern- Eine kritische Analyse aus der Sicht der kirchlichen Entwicklungshilfe, Verlag Otto Lembeck , Frankfurt am Main 2002, S. 216 ff.

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