Sie sind hier:

Gesundheitssystem in Tanzania

Kulturelle Eigenarten im Gesundheitsbereich

Vergleich Deuschland - Tanzania

Medizin der Armut

PHC- now more than ever

PHC in Tanzania

Literaturempfehlungen

Reformen Gesundheitsversorgung

Suchen nach:

Allgemein:

Startseite

Wort des Monats

Sitemap

Kontakt

Impressum

Links

Ambulanz Krankenhaus Kigoma

Gesundheitsversorgung in Tansania: Reformen bislang nur begrenzt wirksam

Die größten Probleme des tansanischen Gesundheitssystems sind der Mangel an qualifiziertem Personal und die schlechte Versorgung mit Medikamenten.
Eine aktuelle Evaluierung der bisherigen Reformfortschritte im Gesundheitsbereich Tansanias zeigt: Obwohl die finanzielle Unterstützung seit Ende der 1990er Jahre sowohl von Seiten der Regierung als auch von Seiten externer Geldgeber deutlich zugenommen hat, bestehen weiterhin große Lücken im Gesundheitssystem des Landes. 1999 hatte die Regierung Tansanias Neuerungen im Gesundheitsbereich beschlossen und erstmals einen entsprechenden Strategieplan erarbeitet.

Schleppende Reform der Krankenhäuser

Die Evaluierung, die unter Leitung des tansanischen Finanzministeriums in Zusammenarbeit mit anderen Regierungsbehörden und internationalen zivilgesellschaftlichen Organisationen durchgeführt wurde, zeigt, dass vor allem die Reform der Krankenhäuser nur sehr schleppend Fortschritte macht.

Die Kliniken sind trotz gestiegener Budgets weiterhin unterfinanziert. Zwar habe sich der Zustand der Gebäude nach Bau- und Renovierungsmaßnahmen verbessert. Doch noch immer verfügen viele medizinische Einrichtungen weder über fließendes Wasser oder Strom noch über einen Telefon- oder Internetanschluss.

Medical Assistant

Hauptprobleme: Mangel an Personal und Medikamenten

Vor allen Dingen mangelt es den Kliniken an qualifiziertem Personal – die Wartesäle sind nach wie vor stark überfüllt. Zum Teil ist dies auch auf die Personalpolitik der Regierung zurück zu führen, so der Bericht. Denn seit 1994 seien 23.000 medizinische Fachkräfte ausgebildet worden, von denen die Regierung anschließend jedoch lediglich 4.000 in Beschäftigungsverhältnisse übernahm.

Auch die Versorgung mit lebenswichtigen Medikamenten stellt noch immer ein großes Problem dar. Der Nachschub der Arzneimittel gestaltet sich ebenso schwierig wie eine richtige Lagerung der zum Teil empfindlichen Präparate. Die Versorgung mit antiretroviralen Medikamenten hingegen hat sich in den vergangenen Jahren dank verstärkter finanzieller Investitionen im Bereich HIV/Aids deutlich verbessert. Etwa 60.000 HIV-infizierte Tansanier erhalten derzeit die lebensverlängernden Medikamente.

Krankenhaus Kigoma

Menschen in ländlichen Gegenden vernachlässigt

Die Evaluierung zeigt, dass sich die Gesundheitsversorgung vor allem für Menschen in schwer zugänglichen ländlichen Gebieten unzureichend ist. Jedem Bürger und jeder Bürgerin einen gleichberechtigten Zugang zur Gesundheitsversorgung zu gewährleisten, müsse daher ein zentrales Thema im neuen Strategieplan für 2008 bis 2015 werden.

Generell empfehlen die Autoren des Berichts der Regierung sowie den Partnern aus der Entwicklungszusammenarbeit, die Mittelbeschaffung für den Bereich weiter zu forcieren. Außerdem sollten effiziente Maßnahmen ergriffen werden, um die Müttersterblichkeit in Tansania zu reduzieren. Mit 950 Todesfällen pro 100.000 Geburten gehört sie zu den höchsten in Afrika südlich der Sahara.



Quelle: COWI, Goss Gilroy Inc., EPOS: Joint External Evaluation of the Health Sector in Tanzania, 1999-2006.
Die Evaluierung können Sie unter http://www.um.dk/en/menu/DevelopmentPolicy/Evaluations/ herunterladen.

Aus:
DSW(news) Dezember 2007
Mit freundlicher Genehmigung