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Familienplanung in Afrika darf nicht vernachlässigt werden

Hohe Fertilitätsraten und schnelles Bevölkerungswachstum in Afrika könnten zu einem viel größeren Hindernis im Kampf gegen die Armut werden als HIV/Aids.

In Afrika südlich der Sahara ist die Fertilität mit durchschnittlich mehr als fünf Kindern pro Frau immer noch sehr hoch. In Lateinamerika und Asien konnte das Bevölkerungswachstum in der Vergangenheit durch Familienplanung gesenkt werden. Dies begünstigte eine positive wirtschaftliche Entwicklung: In Ostasien beispielsweise wird das Wirtschaftswachstum zu einem Drittel dem Rückgang der Kinderzahlen zugeschrieben. So lautet die Einschätzung zweier Bevölkerungsexperten in der Oktober-Ausgabe der renommierten Fachzeitschrift The Lancet.

Ernährungssicherheit bedroht
Natürlich verschärfe Aids die Armut in Afrika südlich der Sahara. Aber die Angst vor den Auswirkungen der Aids-Epidemie sollte nicht dazu führen, dass die hohe Fertilität und das Bevölkerungswachstum ausgeblendet werden, so Steven Sinding, Leiter der International Planned Parenthood Fedemtion (IPPF) und John Cleland, Wissenschaftler an der London School of Hygiene and Tropical Medicine. Schnelles Bevölkerungs-wachstum bedrohe die Ernährungssicherheit in armen Staaten. Bis zum Jahr 2050 wird sich die Bevölkerung in Afrika südlich der Sahara voraussichtlich von 751 Millionen Menschen auf etwa 1,7 Milliarden mehr als verdoppeln. In einigen Ländern wie Burkina Faso, Mali, Niger oder Somalia werde sich die Bevölkerung bis zur Jahrhundertmitte sogar verdreifachen. Die beiden Experten fordern daher, Familienplanung in diesen Ländern besser zugänglich zu machen und stärker mit der HIV-Prävention zu verknüpfen.

Hilfe für Familienplanung rückläufig
Tatsächlich sind die Beiträge der Geber für Familienplanung in den letzten Jahren immer weiter zurückgegangen, während immer mehr Geld für Aids-Programme zur Verfügung gestellt wird. Nach Schätzungen des Netherlands Inter-disciplinary Demographic Institute (MIDI) und der Vereinten Nationen werden in diesem Jahr voraussichtlich zwei Drittel der Entwicklungshilfe für reproduktive Gesundheit in Aids-Programme fließen.

Entnommen DSW Newsletter/November 2005
mit freundlicher Genehmigung