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Weltentwicklungsbericht 2007
Entwicklungsländer müssen jetzt in Jugendliche investieren
Experten der Weltbank raten armen Ländern, Bildungs- und Gesundheitschancen von Jugendlichen zu verbessern.

Fast ein Viertel der Weltbevölkerung ist heute zwischen 12 und 24 Jahre alt. Der größte Teil dieser Jugendgeneration – insgesamt 1,3 Milliarden junge Menschen – lebt in Entwicklungsländern. Arme Länder, die jetzt in Gesundheit und Bildung ihrer Jugend investieren, können mit einem kräftigen Wirtschaftswachstum und einem massiven Rückgang der Armut rechnen, so der Ende 2006 vorgestellte Weltentwicklungsbericht 2007 der Weltbank. Diese Investitionen würden in den nächsten 40 bis 50 Jahren maßgeblich den Kampf gegen die weltweite Armut beeinflussen. "Die hohe Zahl junger Menschen in den armen Ländern eröffnet großartige Chancen, birgt aber auch Risiken", so François Bourguignon, Chefvolkswirt der Weltbank. Wenn die Jugendlichen keine Zukunftsperspektive haben, könne es zu gesellschaftlichen Spannungen kommen. Zum Beispiel sei der Auslöser für den ethnisc! hen Konflikt auf Sri Lanka ursprünglich die aufgestaute Unzufriedenheit tamilischer Studenten gewesen, denen der Zugang zu Universitäten sowie andere Möglichkeiten des staatsbürgerlichen Engagements verwehrt worden waren, so der Bericht.

Die Hälfte aller Arbeitslosen ist unter 25 Jahre alt

Junge Menschen stellen weltweit ein Viertel der Erwerbsbevölkerung, aber fast die Hälfte aller Arbeitslosen. Allein im Nahen Osten und in Nordafrika müssten bis 2020 etwa 100 Millionen neue Arbeitsplätze geschaffen werden, um den Nachwuchs auf dem Arbeitsmarkt aufzufangen. Hinzu kommt, dass etwa 130 Millionen der 15- bis 24-Jährigen nicht lesen und schreiben können. Arme Jugendliche haben oft nur geringe Bildungschancen. Die Weltbank empfiehlt daher, massiv in die Grundschulbildung zu investieren, um eine Basis für die Berufsausbildung zu schaffen. 20 Prozent der Unternehmen in Ländern wie Algerien, Bangladesch, Brasilien, China und Sambia, nennen niedrige Bildungsraten und geringe Berufsqualifikation als "größte Hemmnisse für den Geschäftsbetrieb".

"Demographische Dividende" nutzen

Heute biete sich für viele arme Länder zudem die einmalige Gelegenheit, die "demographische Dividende" während des Zeitfensters zu nutzen, in dem die erwerbsfähige Bevölkerung zunimmt und gleichzeitig der Anteil der Alten und Kinder, die versorgt werden müssen, vergleichsweise niedrig ist. Dies wirkt sich sehr positiv auf die Entwicklung der Länder aus, weil wirtschaftliche Produktivität, Investitionen und Konsum steigen. Ein Teil des Aufschwungs der asiatischen Tigerstaaten ist der "demographischen Dividende" zuzuschreiben.

Mit sinkenden Fertilitätsraten schließt sich das Fenster, wenn die größte Jugendgeneration eines Landes nicht mehr erwerbstätig ist. Dies ist derzeit in den meisten Industrieländern zu beobachten, in denen die "Baby Boomer" bald das Rentenalter erreichen, so dass die Gesellschaften nun vor der demographischen Herausforderung der Alterung stehen. "Die meisten Entwicklungsländer haben nur ein kleines Zeitfenster, bevor die Rekordzahlen an Jugendlichen ins mittlere Alter kommen und sie ihre 'demographische Dividende' einbüßen", sagt Emmanuel Jimenez, Hauptautor des Berichts. Die Zahl junger Menschen erreiche in vielen armen Ländern in der nächsten Dekade ihren Höchststand.

Der Bericht betont zudem die Bedeutung der Gesundheitspolitik.


Eine gute Gesundheitsversorgung sei nicht allen jungen Menschen zugänglich. Ein durchschnittlicher 15-Jähriger habe in den Industrieländern heute eine 90-prozentige Chance 60 Jahre alt zu werden. In Afrika südlich der Sahara läge die Wahrscheinlichkeit dagegen nur bei 50 Prozent – vor allem wegen Krankheiten wie Aids. In den am stärksten von HIV/Aids betroffenen Ländern würden sogar nur 20 Prozent der jungen Männer 60.

Reproduktive Gesundheit entscheidend

Mehr als die Hälfte der weltweit fünf Millionen HIV-positiven Menschen sind zwischen 15 und 24 Jahre alt. Die Mehrheit von ihnen sind junge Frauen und Mädchen. Die wirtschaftlichen Auswirkungen sind enorm. In Afrika südlich der Sahara ist Aids die führende Todesursache der 15 bis 29-Jährigen. Schätzungen zufolge könnte das Bruttoinlandsprodukt in Südafrika, wo die Infektionsrate unter jungen Menschen über 20 Prozent beträgt, um 0,8 bis 1,5 Prozent im Jahr sinken. Um den Verlust an "Humankapital" zu verhindern und die Gesundheitssituation zu verbessern, empfiehlt der Bericht, Jugendliche durch Aufklärung möglichst früh an gesundes Verhalten heranzuführen.

Viele junge Menschen seien zudem schlecht darauf vorbereitet, eine Familie zu gründen. Sie hätten oft nur mangelhafte Kenntnisse über gesundes Verhalten und verfügbare reproduktive Gesundheitsdienste. Gleichzeitig bekommen 60 Prozent der jungen Frauen in Entwicklungsländern ihr erstes Kind bevor sie 25 Jahre alt sind. Familienplanung ist laut Weltentwicklungsbericht eine entscheidende Maßnahme, um den Gesundheitszustand junger Frauen zu verbessern.

Entnommen: DSW [news]Januar 07, mit freundlicher Genehmigung

Den World Development Report 2007 mit dem Titel "Development and the Next Generation" können Sie unter
http://www.worldbank.org/wdr2007 als pdf herunterladen.