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Der neue Außenbordmotor

Auszüge aus dem MMH - Tanzania Jahresbericht 2009
Gideon Kibambai

MMH-Tansania ist eine Nichtregierungsorganisation, die im Kigoma-Distrikt in West-Tansania zwei Kliniken betreibt.

Die Klinik „Tumaini“ (Swaheli = Hoffnung) liegt am Ufer des Tanganjikasees im Dorf Bugamba. Unsere zehn Angestellten arbeiten in einem modernen Gebäude. 2007 konnten wir unsere neue Ambulanz beziehen. Die Patienten kommen aus den umliegenden Dörfern zur ambulanten Behandlung. Im letzten Jahr hatten wir neben den vielen ambulanten Patientinnen und Patienten auch über 60 Entbindungen. Es bedeutet eine große Erleichterung für die Frauen in dieser abgelegenen Gegend, wenn sie bei uns entbinden können. Unsere zweite Klinik hat den Namen „Furaha“ (Swaheli = Freude). Die Einrichtung befindet sich in Nkalinzi, einem großen und zentralen Marktflecken nahe der Grenze zu Burundi. Unsere neun Mitarbeiter arbeiten in einem Gebäude, das uns die Partei (CCM = Chama Cha Mapinduzi, Swahili: Partei der Revolution, frühere Einheitspartei) zur Verfügung gestellt hat. Das Gebäude ist von der Größe her ausreichend, es liegt zentral an dem Hauptweg, der von Kigoma zur Grenze nach Burundi führt. Möglichkeiten für Entbindungen haben wir hier nicht. Wir können in Nkalinzi unsere Patienten ausschließlich ambulant behandeln.

Unsere Gesundheitsarbeit ist nur möglich, weil wir Spenden aus Übersee erhalten. Die MMH (Medizinische Missionshilfe) in Deutschland unterstützt uns. Wir sind Gott dankbar, dass unsere Freunde aus Deutschland auch weiterhin bereit sind, uns zu helfen.
Wir sind aus verschiedenen Gründen nicht in der Lage, auf eigenen Beinen zu stehen. Zum einen hängt es mit der globalen wirtschaftlichen Entwicklung zusammen. Es hat aber auch mit den für uns hohen Preisen der Medikamente zu tun – vor allem mit den Mitteln gegen Malaria. Hinzu kommt die Armut der Bevölkerung. Unsere Kliniken liegen abgelegen in ländlichen Regionen. So erreichen wir gerade die Menschen, für die ohne unsere Hilfe weit und breit keine gesundheitliche Versorgung zur Verfügung stehen würde. Auf der anderen Seite sind unsere Einnahmen sehr unregelmäßig. Die Zahl der Patientinnen und Patienten, die ihre Behandlung nicht bezahlen können, wird immer größer. Wir weisen aber keinen Patienten, der zu uns zur Behandlung kommt, zurück. So wissen wir am Monatsende oft nicht, wie wir die Löhne und Gehälter ausbezahlen sollen. Hier hilft uns die MMH aus Deutschland.

Trotz der oft vollmundigen Töne, die die führenden Politiker weltweit anschlagen, den Kampf gegen Krankheiten wie Malaria endlich entschiedener aufzunehmen, spüren wir nichts von irgendeiner Hilfe. Die Preise für die Medikamente gegen die Malaria sind derzeit schockierend hoch. 49,1% unseres Jahresbudgets müssen wir allein für die Malariamedikamente einrechnen. Das bezieht sich auf Aufwendungen, die wir im Jahr 2008 hatten, 2009 sieht es voraussichtlich noch schlimmer aus. Augenblicklich haben wir Regenzeit, in der wir besonders viele Malariekranken haben.

Krankentransport nach Kigoma

Der Gemeinde in Waldorf, hier vor allem Frau Schwab, sind wir sehr dankbar für ihren Einsatz. Durch ihre großzügigen finanziellen Unterstützungen konnten wir uns endlich einen Yahama - Außenbordmotor anschaffen. Dadurch ist es uns möglich, Patienten in das Regional-Krankenhaus Maweni nach Kigoma zu bringen, vor allem Frauen mit komplizierten Geburtsverläufen.

Wir werden mit den Verantwortlichen in den Dörfern sprechen, um eine Lösung zur Finanzierung des Treibstoffs zu finden. Ich persönlich fände einen Fond ideal, der uns in die Lage versetzte, wann immer nötig, den erforderlichen Sprit zu kaufen. Für eine Fahrt nach Kigoma benötigt man ca. 50 Liter Kerosin. Eine Fahrt nach Kigoma ist also eine teure Sache. Zudem brauchen wir ein Gebäude mit wenigstens zehn Betten für Patienten, die wir für kurze Zeit stationär aufnehmen müssen, weil sie so schwer krank sind. Das ist für uns noch Zukunftsmusik; aber diese Frage muss mit allen Beteiligten – den Dorfältesten, den Spendern und allen sonst noch in Frage kommenden Verantwortlichen – diskutiert werden. Zurzeit haben wir nur einen Raum mit zwei Betten. Dies reicht aber bei weitem nicht aus.

Die neue Solaranlage

Wir sehen folgende Herausforderungen für uns:

Während die Welt sich darüber Gedanken macht, wie Malaria denn am effektivsten zu bekämpfen sei, geht das Leiden gerade der armen Bevölkerung bei uns immer weiter. Wir spüren keine Veränderungen.Viele Menschen sterben an Malaria, besonders Kinder. Die Preise der Malariamittel steigen an.
In unserem Budget verschlingt Malaria mit 49,1 % fast die Hälfte der verfügbaren Mittel.

Montage der Solarzellen

Eine weitere Herausforderung besteht in dem immer deutlicher zu Tage tretendem Problem, qualifizierte Mitarbeiter zu finden. Denn viele arbeiten jetzt lieber in Einrichtungen der Regierung, wo sie besser bezahlt werden.

Es ist für uns schwierig, in entfernt liegenden Dörfern zu arbeiten ohne Zugang zu den Annehmlichkeiten der Städte; das wollen viele einfach nicht.

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SeminarteilnehmerInnen

Natürliche Heilpflanzen in den Tropen

Gideon Kibambai berichtet über Teilnahme am ANAMED Seminar 19.11.-26.11.2006, Arusha/Tanzania und Mazumalume/Kenya


Viele Pflanzen in Afrika haben eine heilende Wirkung. Sie wurden schon vor Jahrhunderten zur Behandlung mancher Erkrankungen mit Erfolg angewendet.

Die moderne westliche Medizin hat die Kenntnisse dieser alten afrikanischen Heilkunde verdrängt. So sind viele Erfahrungen in Vergessenheit geraten. Die Organisation ANAMED (Aktion natürliche Heilkunde in den Tropen) weist u.a. auf die Bedeutung der pflanzlichen Heilkunde für die gesundheitliche Versorgung der Bevölkerung in den Entwicklungsländern hin und versucht durch Seminare und Workshops die Kenntnisse und Erfahrungen zu reaktivieren und weiter zu vermitteln.

Die Anwendung von Heilpflanzen in der täglichen Gesundheitsarbeit ist für mich nicht neu.
Erste Anstöße, sich mit dem Thema näher zu beschäftigen, erhielt ich im Jahr 2000, als die MMH/MMS gemeinsam mit TACARE unter der Leitung von Dr. Hirt von ANAMED den ersten Workshop in Tanzania überhaupt zum Thema „Natürliche Heilkunde in den Tropen“ in Kigoma vorbereitete und auch durchgeführte.

Ich selbst habe damals mitgeholfen, den Kursus vorzubereiten. Das Interesse war groß. Funk und Presse berichteten darüber. Der Workshop war ein großer Erfolg. Weitere Kurse in Kigoma waren geplant. Allerdings liegt Kigoma sehr abgelegen. Die Anreise war für die meisten Teilnehmer, die aus ganz Ostafrika angereist kamen, sehr beschwerlich. Deshalb erwies sich Kigoma als nicht sonderlich geeignet für regelmäßige Seminare. Auch waren wir in den letzten Jahren mit dem Aufbau unserer eigenen Arbeit so sehr beschäftigt, dass ich mich um weitere Vorbereitungen und Veranstaltungen nicht kümmern konnte. In den folgenden Jahren wurden in Musoma jährliche ANAMED Seminare zu dem Thema organisiert. 2006 dann auch in Arusha.

In Absprache mit dem Vorstand der MMH/MMS wollte ich meine Kenntnisse auf dem Gebiet der natürlichen Heilkunde auffrischen. Denn wir wollen ja in unserer Arbeit selbst Seminare für die Bevölkerung vorbereiten und durchführen. Deshalb meldete ich mich zu dem Workshop im November (19.11.-26.11.06 in Arusha / Tanzania an.
Unsere Teilnehmergruppe war bunt gemischt. 21 der Seminarteilnehmerinnen und -teilnehmer kamen aus Tanzania, 10 aus Kenya. 2 aus Uganda, einer der Teilnehmer kam aus der DR Congo.

Anreisetag war der 19.11.06 . Das Seminar wurde abends mit dem gemeinsamen Abendessen eröffnet. Der Tag am Montag begann mit einer kurzen Einführung. Wir stellten uns vor, berichteten über unsere bisherigen eigenen Erfahrungen mit natürlicher, also pflanzlicher, Heilkunde.
Jeder der Teilnehmerinnen und Teilnehmer erklärte, warum sie oder er sich zu dem Seminar angemeldet hatten. Auch tauschten wir uns über unsere Erwartungen aus, mit denen wir nach Arusha gekommen waren.

An den folgenden Tagen begann jede Veranstaltung mit einer kurzen Andacht und mit einem Gebet. Meistens hatte Dr. Hans-Martin Hirt, der Gründer und Leiter von ANAMED aus Deutschland hierbei die Leitung. Die einzelnen Programmblöcke wurden durch kurze Lieder unterbrochen und aufgelockert.


Artemisia annua - eine universelle Heilpflanze

Wir beschäftigten uns in dieser Woche hauptsächlich mit dem Thema Malaria und mit dem Anbau von Artemisia annua (A-3). Die Pflanze Artemisia (Beifuß) gehört zur Gattung der Korbblütengewächse (Asteraceae).
Bei Artemisia annua handelt es sich um eine Kreuzung zweier Artemisia Typen, die an der Grenze von China und Vietnam wachsen und dort entdeckt wurden.
Artemisia annua anamed (A-3) wurde ausschließlich an die Nichtregierungsorganisation ANAMED ( = Aktion Natürliche Heilkunde in den Tropen) abgegeben und zwar unter der Bedingung, dass die Pflanze nicht für kommerzielle Zwecke verwendet wird.

Seit 1996 ist ANAMED die erste und einzige Organisation weltweit, die das Hybrid (= Kreuzung) Artemisia annua als Heilmittel für den Gebrauch in den Tropen für humanitäre Zwecke anwendet.

In der Antike war Artemisia als Heil- und Gewürzpflanze bekannt. Der Name soll auf die Göttin Artemis, die Geburtshelferin, zurückgehen.
Als Heilmittel wird die Pflanze seit Jahrhunderten zur Behandlung der unterschiedlichsten Krankheiten angewendet, auch gegen die Behandlung der Malaria. Der wissenschaftliche Nachweis der Wirksamkeit gerade bei der Malaria ist erbracht.
Nebenwirkung sind gering, Resistenzen nicht bekannt.
Dies alles waren und sind Argumente, die für den Einsatz von Artemsia, besonders bei der Malariabehandlung sprechen.
2004 wurden durch die WHO Leitlinien für die Malariabehandlung entwickelt.
Wir lernten in der Seminarwoche die Bedeutung von Artemisia ist als universelle Heilpflanze kennen. Man wendet sie bei der Behandlung von systemischen Infektionen und bei lokalen Abzessen an. Insgesamt wurden 10 Krankheitsbilder vorgestellt, bei denen Artemisia sich als wirksame Behandlungsalternative zu westlichen chemischen Arzneimitteln bewährt hat.Immer aber wurde deutlich, dass im Augenblick das Hauptanwendungsgebiet die Malaria ist.

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Solarofen zur Trocknung

Wie wird die Pflanze verwendet?
Man benutzt die getrockneten Blätter der Artemisiapflanze, die bald nach der Blüte geerntet und getrocknet werden. Bei guter Trocknung und Lagerung bleibt die Wirksamkeit der Blätter ca. 1 Jahr erhalten. Im Fall der Malaria wird aus den getrockneten Blättern ein Tee zubereitet. Die Dosierung hängt dabei vom Alter der Patienten ab.
Zu Behandlung einer Malariaerkrankung benötigt ein Erwachsener täglich 5g der getrockneten Blätter. Der Tee wird täglich zubereitet über einen Zeitraum von 7 Tagen. Für Schwangere ist der Tee nicht geeignet.

Die Behandlung mit dem Tee aus Artemisia kann mit anderen Antimalariamitteln kombiniert werden, so. z.B. mit Fansidar. In diesem Fall nimmt man an den ersten drei Tagen nach Beginn der Behandlung z.B. Fansidar, dann ab dem 3.Tag setzt man die Therapie mit Artemsia fort.


Auch in der Behandlung der HIV/AIDS Erkrankung gewinnt Artemisia mehr und mehr an Bedeutung.

Artemisin, der Wirkstoff der Pflanze hat Einfluss auf die zelluläre und auf die humorale Abwehr. Empfohlen wird auch hier wie bei der Behandlung der Malaria, den Tee täglich an zu wenden, bei täglich 5g für die Dauer von einem Monat oder täglich 1g für die Dauer von mehreren Jahren.

Neben diesen beiden besonders wichtigen Erkrankungen Malaria und Aids lernten wir auch verschiedene andere wirksame Heilpflanzen und deren Anwendung bei verschiedenen Erkrankungen kennen, wie z.B. Knoblauch, Moringa Oleifera, Euphorbia hirta, Papaya.etc.

Wir waren schließlich in der Lage, Rezepte für die Behandlung einer Amöbiasis herzustellen, Rheumasalben aus Chili, Knoblauch für die Anwendung bei Pilzerkrankungen.Wir erfuhren , wie man Zahnpasta aus Eukalyptus Blättern herstellt, Rezepte aus Guaven für die Behandlung von HIV- und AIDS Patienten. Wir konnten auch lernen, wie man eine Solarofen nutzen kann, um Pflanzen für die Herstellung von Arzneimitteln zu trocknen.

Das Seminar endete am 25.11.2006 in den Abendstunden. Die meisten Teilnehmer reisten erst am 26.11. ab. Wir erhielten Saatgut für einen eigenen Heilmittelgarten. Außerdem ein T-Shirt mit dem Logo von ANAMED und ein Poster, auf dem wichtige Heilpflanzen und deren Bedeutung für die Behandlung abgebildet sind. Das Poster Können wir gut in unserer Arbeit gebrauchen. Wir können so z.B. wartende Patienten in unseren Ambulanzen auf die Bedeutung der natürlichen Heilkunde hinweisen und mit ihnen ins Gespräch kommen.

ANAMED-Semiar in Mazimalume / Kenya

Direkt im Anschluss hatte ich Gelegenheit, das Gelernte weiterzuvermitteln. Die MMH/MMS hatte einen Workshop mit der Community Gruppe in Mazimalume / Kenya vorbereitet. Die Verbindung war durch die Richard Mang, der hier einige Jahre mit seiner Familie gelebt und gearbeitet hatte, hergestellt worden. Zwei der Teilnehmer des Seminars in Arusha kamen auch aus der Gruppe.

Wir fuhren mit dem Bus von Arusha nach Kenya an den Ind.Ozean. nach Mazumalume. Andere Verkehrsverbindungen gibt es nicht. Die Fahrt dauert ca. 10-12 Stunden. Wir starteten frühmorgens in Arusha und erreichten gegen 18.00 Mombasa. Erst am folgenden Tag konnten wir den Weg zu dem Dorf Mazumalume fortsetzen, wo wir dann nach beschwerlicher Reise nachmittags eintrafen.

Insgesamt kamen 16 Teilnehmer. Der Beginn des Seminars war der 28.November. Wir konzentrierten uns hauptsächlich auf die Behandlung der Malaria. Wichtige Themen waren hierbei Anbau und Ernte der Pflanze Artemisia sowie die Anwendung der Pflanze im Krankheitsfall. Aber auch andere Themen kamen nicht zu kurz. Ausführlich besprachen wir wie z.B. Medikamente aus Heilpflanzen hergestellt werden, wie kann man selbst aus Pflanzen, die in näherer Umgebung des Wohnortes wachsen, Salben und Öle herstellen usw..

Es war ein richtiger Wissensaustausch. Die Teilnehmer stellten Pflanzen aus ihrer Umgebung vor, von denen sie selbst wussten oder gehört hatten, dass sie für die Behandlung von Krankheiten nutzbringend waren. Durch den Erfahrungsaustausch konnten wir voneinander lernen. Jeder hat etwas zum Gelingen des Seminars beigetragen.

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Mitarbeiterseminar in Kigoma

„Trotz mancher Schwächen, die wir sehen, gilt es, konsequentes Vertrauen in die Fähigkeiten der Mitarbeiter und in ihre Möglichkeiten zu setzen. Das Personal, das uns in der Arbeit anvertraut ist, für das wir Verantwortung tragen, ist unser Kapital. Wir haben nichts anderes. Hier müssen wir investieren.“
So kann man den Standpunkt des Vorstandes der MMH und MMS bezüglich seiner Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen in Tansania beschreiben.
In diesem Sinne fand im Juli 2006 ein Workshop in Kigoma statt. Alle Mitarbeiter der MMS trafen sich im Katholischen Gästehaus, die Ambulanzen in Nkalinzi und Bugamba waren lediglich für Notfälle eingerichtet. Es ging darum, sich an einem neutralen Ort abseits der täglichen Verpflichtungen und Arbeiten besser kennen zu lernen, die Zusammenarbeit miteinander zu verbessern, eigenverantwortliches Handeln zu fördern. Die Anreise aus Bugamba und Nkalinzi war beschwerlich und zeitaufwendig.

Richard Mang, Vorstandsmitglied der MMH/MMS, der sich im Juli in Kigoma aufhielt, leitete das Seminar. Durch seine langjährige Erfahrung auf dem Gebiet der praktischen Community Health Arbeit und als Dozent an der Daystar University in Nairobi / Kenya gelang es ihm, gemeinsam mit allen TeilnehmerInnen Problemfelder im täglichen Miteinander anzusprechen, Grundlagen für eine gute Zusammenarbeit zu erarbeiten und zu entwickeln. Mitarbeiterschulung und –motivation, sowie Projektmanagement und – planung waren wichtige Themen, die im Plenum dargestellt und in Gruppenarbeiten vertieft wurden. Richar Mang beshcreibt in seinem Reisebericht seine Eindrücke: Dieses Seminar hat mich sehr ermutigt. Hier lohnt es sich weiterzuarbeiten.

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Dispensary Bugamba

Malaria – nach wie vor Killer Nr. 1

Der Jahresbericht der Dispensary in Bugamba liegt vor

Vor wenigen Tagen haben wir den Jahresbericht 2005 der Gesundheitsarbeit in Bugamba / Westtanzania erhalten.
Von besonderem Interesse sind die Zahlen, die Hinweise zur Gesundheitssituation der Bevölkerung geben.
Nach wie vor ist Malaria die Krankheit, die den Menschen am meisten zu schaffen macht, gerade auch den Kindern im Alter von 0 - 5 Jahren. Man kann schlagwortartig sagen: Malaria ist der Killer Nr. 1. In der Top -Ten Liste der Erkrankungen folgen auf die Malaria als weitere Erkrankungen: Lungenentzündung, Bronchialerkrankungen, Durchfall und Wurmbefall, Haut- und Augenerkrankungen. Gerade in den Ortschaften am See spielt die Bilharziose noch eine große Rolle.
Im vergangenen Jahr konnte vielen Menschen gerade in dieser entlegenen und unterversorgten Seeregion am Tanganyikasee durch die Arbeit der neu erbauten Ambulanz geholfen werden. Nach Aussagen des MMS-Projektleiters Gideon Kibambai ist in den letzten Wochen die Zahl der Patienten angestiegen. Ein Problem ist die zunehmende Verarmung der Bevölkerung. Viele Patientinnen und Patienten können die Behandlungskosten, die ohnehin niedrig gehalten werden, nicht mehr aufbringen.

Als Medizinische Missionshilfe / Medical Mission Support setzen wir uns dafür ein, dass diese Hilfe Zukunft hat, dass sie verlässlich bleibt. Mit anderen Worten, wir lassen die Menschen, die ohne jegliche Gesundheitsversorgung leben müssen, nicht im Stich.

Vorgesehen ist ein Neubau mit Wohnmöglichkeiten für die Mitarbeiter, sowie Übernachtungsmöglichkeiten für Patienten, die aus weit entfernten Dörfern zur Behandlung kommen und für die der Heimweg am Behandlungstag nicht möglich ist. Unterkünfte wie Hotels oder Pensionen gibt es in der Region nicht.

Die aktuelle Liste der Mitarbeiter in der Dispensary in Bugamba:
Mr. Abel Kiberiti (clinical officer) I/CMrs. Janneti Kilahuzi (Nurse Auxiliary)Mr. Ernest Kataga (Laboratory Assistant)Mrs. Emiliana Kituranya (Nurse Auxiliary)Mr. Christopher Luwi (Recorder/Gardener)Mr. Selemani Sadieli (Watchman)Mr. Phares Abele (Evangelist)Mr. Bahati/Boka (Watchmen new building)
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Die Kiswaheli Übersetzung des Studienheftes zum Thema AIDS/HIV von Dan Fountain (AIDS - a study guide) ist fertig gestellt. Wir können sie schon als Download anbieten. Der Druck in Heftform wird vorbereitet

Oktober 2005

Der Neubau der Dispensary in Bugamba ist nahezu abgeschlossen. Das ganze Baumaterial musste von Kigoma aus mit einem Boot nach Bugamba transportiert werden. Lediglich die Ziegelsteine wurden vor Ort gebrannt. Mit den Möglichkeiten der neuen Ambulanz eröffnen sich für die Gesundheitsversorgung der ganzen Region bis zur Grenze nach Burundi hin neue Aussichten. Einer der zukünftigen Schwerpunkte wird die Mutter-Kind-Klinik sein, Möglichkeiten für Entbindungen, besonders bei Risikoschwangerschaften und zu erwartenden Geburtskomplikationen sind vorgesehen.

Der Weg ins Landesinnere

Schwangere und schwerkranke Patienten müssen nun nicht mehr 6-8 Stunden den schwierigen Weg über das Gebirge in die nächstgelegenen Gesundheitszentren im Landesinnern zurücklegen.

Von Gideon Kibambai haben wir die Nachricht erhalten, die bestellte Medikamentenlieferung aus Nairobi sei gut in Kigoma angekommen. Der Einkauf der Medikamente ist immer recht aufwendig, sowohl was die Zeit als auch was die Kosten angeht.

Mitarbeiter der Dispensary

Gideon Kibambai musste selbst nach Nairobi reisen, dort neben der Bestellung auch den Transport der Lieferung nach Kigoma organisieren. Damit die Nutzlast des kleinen Fliegers auch ausgenutzt wurde, ist Gideon dann mit dem Omnibus nach Daressalaam und von dort mit dem Zug nach Kigoma gereist, immer ein Aufwand von mindestens 1-2 Wochen. So freuen wir uns über eine aktuelle Mitteilung von action medeor aus Krefeld. Action medeor, das Deutsche Medikamenten-Hilfswerk, eröffnet eine Niederlassung in Daressalaam. Medikamente und medizinische Ausrüstung sind jetzt zuverlässig auch in Tansania erhältlich. Für die Gesundheitsarbeit in Kigoma gewiss eine große Erleichterung. Die Fahrt nach Nairobi entfällt, der Transport von Daressalaam nach Kigoma dürfte kostengünstiger sein als der Charterflug von Nairobi nach Kigoma.

Dispensary Bugamba

Die beiden jungen Pastoren in Nkailinzi und Bugamba haben mit viel Engagement ihre evangelistische und seelsorgische Aufgaben begonnen. Wir suchen nach Möglichkeiten, Ihnen eine Ausbildung für die Betreuung und Seelsorge der AIDS/HIV- Betroffenen zu ermöglichen. Sie könnten dann mit in das laufende AIDS-Programm eingebunden werden.

Abel Kiberiti, der einige Jahre in Bugamba die Ambulanz geleitet hat, haben wir eine dreijährige Weiterbildung ermöglicht.

Das HIV Projekt macht Fortschritte. Gideon Kibambai hat mit der Arbeit in 8 Fischerdöfern im Umkreis von Bugamba begonnen. Bis Ende des Jahres soll die erste Projektphase abgeschlossen sein. Mit der Situation der Fischer beschäftigte sich der Beitrag: „Gefangen im Kreislauf von Armut, Aids und Umweltproblemen“ .In erster Linie beschreibt der Artikel die Verhältnisse der Fischer an der Ostküste von Tanzania. Aber die Beschreibung ist auf die Kigomaregion und die Fischer am Tanganyikasee übertragbar. Der Artikel unterstreicht die Notwendigkeit und die Bedeutung des HIV/ AIDS-Programms der MMH/MMS.