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Reisebericht Tamzania

Frau Alexandra Hans ist Pfarrerin der Evgl. Kirchengemeinde Wettenberg – Wißmar. Sie hat an der Tanzaniareise, die von der MMH vom 16.07.-2.8.2014 vornehmlich für TeilnehmerInnen der Kreissynode Aachen vorbereitet und durchgeführt wurde, teilgenommen. Hier ihr Bericht aus dem aktuellen Gemeindebrief der Evangelischen Kirchengemeinde Wißmar
:

Dispensary Bugamba


Wie ich in den letzten Wochen seit meiner Rückkehr aus TANZANIA erfahren habe, waren schon einige Menschen aus Wißmar dort. Für mich war es etwas ganz Neues, denn es war das erste Mal, dass ich überhaupt einen Fuß auf den großen afrikanischen Kontinent gesetzt habe. Ja, klar, ich weiß einiges über Afrika, habe Bücher gelesen und Fernsehsendungen geschaut, weiß, wie Löwen und Elefanten aussehen, schließlich war ich in meinem Leben schon oft genug im Zoo. Ich habe sogar einige Jahre mit einem Pfarrer aus Namibia zusammengearbeitet, ich habe schon viele Kollekten abgekündigt, die wir im Gottesdienst für Projekte in verschiedenen Teilen Afrikas sammeln. Aber: Ich war - bis zu diesem Sommer - noch nie da! Und dann ergab sich die Gelegenheit, mit einer Gruppe aus dem Kirchenkreis Aachen nach Tanzania zu fahren, die Projekte der Medizinischen Missionshilfe (MMH) im Westen Tanzanias, für die unsere Kirchengemeinde seit Jahren Kollekten sammelt, zu besuchen und sich einen eigenen ersten Eindruck zu verschaffen von einem Land, das bis zum ersten Weltkrieg mal deutsche Kolonie war. Und so kam ich Mitte Juli nach Tanzania, Luftlinie knapp 7000 km entfernt von Wettenberg, in ein Land, in dem ich auffiel, nicht sosehr als Touristin, sondern wegen meiner Hautfarbe. Das, was Menschen aus anderen Ländern bei uns erleben, das erlebte ich nun auch: die Menschen starrten mich / uns an. Nicht, weil sie noch nie Weiße gesehen hatten, aber weil in manchen Orten, in die wir kamen, nicht viele Weiße zu sehen sind.

Boot der MMH

Hatte ich mal gelernt, dass Afrikaner einem nicht direkt in die Augen sehen, so erfuhr ich vor Ort, dass sie auf Entfernung genauso neugierig starren wie wir es tun. Waren wir aber, wie im ersten Teil der Reise häufiger, in Kirchen zu Gast, dann erlebte ich auch, dass gerade Frauen, die uns z.B. das Essen servierten, höflich an uns vorbeisahen. Das, was wir lernen, dass es höflich ist, jemandem in die Augen zu schauen, gilt eben nicht überall auf der Welt als gut erzogen.

Wir besuchten die beiden medizinischen Stationen (Dispensary), die die MMH seit fast 20 Jahren betreibt, beide in kleinen, relativ abgelegenen Orten gelegen: Bugamba und Nkalinzi.

Während Nkalinzi an einer Straße liegt, so wie man das bei uns von einem Ort erwartet, und somit per Auto, Fahrrad o.ä. zu erreichen ist, liegt Bugamba fern jeder Straße. Und auch die medizinische Station, direkt am Tanganyka-See gelegen, ist für die Menschen, die sie aufsuchen, nur zu Fuß oder mit dem Boot zu erreichen. Und so machten auch wir uns von Kigoma aus, einer Stadt 40 km südlich von Bugamba direkt am See gelegen, auf den Weg - in einem kleinen Boot. Drei Stunden dauerte die Fahrt im Boot der MMH, zwei Bootsleute brachten uns mit 60 Litern Diesel und einem Außenbordmotor nach Bugamba; vier Stunden dauerte schließlich die Fahrt zurück, gegen Wind und Wellen, hinein in den Abend und die Dunkelheit, immer am Ostufer des Sees entlang, vorbei an anderen nur übers Wasser zu erreichenden Orten und vorbei am Gombe-Nationalpark mit den dort lebenden geschützten Schimpansen.

Dispensary Nkalinzi. Fotos: A. Hans


Es war herrlich; ich liebe es, mit dem Boot zu fahren. Doch es war auch nur ein Besuch; kaum auszumalen, wenn man ernsthaft erkrankt, wenn man stundenlang entweder zu Fuß über die Berge oder mit dem Boot ins nächste Krankenhaus gebracht werden muss. Es dauert Stunden, bis ein Arzt zu erreichen ist; außerdem ist es teuer. Wir haben festgestellt, dass in einem Land, in dem die Menschen kaum Geld haben, der Dieselkraftstoff mindestens genauso teuer ist wie bei uns. Wer kann es sich da leisten, 60 Liter Diesel zu kaufen, um einen Angehörigen nach Kigoma bringen zu lassen?

Und ohne die Arbeit der MMH gäbe es nicht einmal eine erste medizinische Versorgung.

Wenn Sie interessiert sind, mehr über meine Erfahrungen in Tanzania zu hören - und es sind noch viele Eindrücke, die ich mitgebracht habe - dann sind Sie herzlich eingeladen zu einem


Gesprächsabend mit Bildern

am Mittwoch, dem 29. Oktober 2014 um 19.30 Uhr im Gemeindesaal.

Ich würde mich freuen!


A. Hans


Entnommen „ miteinander“, Gemeindebrief der Evangelischen Kirchengemeinde Wißmar, Oktober 2014, Heft 115, Seite 6 und 7, mit freundlicher Genehmigung. Fotos: A.Hans