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Bildung und Gesundheitsversorgung sind in Afrika Mangelware

Die Mütter – und Kindersterblichkeit ist in Afrika südlich der Sahara im internationalen Vergleich am höchsten. Auch bei der Ausbildung von Mädchen bekommen afrikanische Länder die schlechtesten Noten.
Um die Gesundheit und Bildung von Müttern und Kindern steht es in afrikanischen Ländern besonders schlecht, wie eine aktuelle Vergleichsstudie zeigt. Der Report State ofthe World's Mothers der Organisation Save the Children bewertet den Gesundheitszustand und den Bildungsstand von Müttern und Kindern nach ausgesuchten Indikatoren in 110 Ländern. Bei diesem Vergleich schneidet Afrika deutlich am schlechtesten ab: 21 der letzten 30 Ränge belegen afrikanische Länder.
In Mali, Burkina Faso und Äthiopien ist die Situation am schlimmsten. Hier beträgt das Risiko einer Frau, im Laufe ihres Lebens an Komplikationen bei der Schwangerschaft oder Geburt zu sterben eins zu 19. Eines von zehn Kindern stirbt im Laufe des ersten Lebensjahres und jedes achte Kind leidet an Unterernährung.
Ein Vergleich von Deutschland und Äthiopien verdeutlicht, wie groß die Unterschiede in puncto Bildung und Gesundheit sein können: Während in Deutschland fast jede Geburt betreut wird, erhalten in dem ostafrikanischen Land nur sechs Prozent aller Frauen medizinische Betreuung bei der Geburt. 99 Prozent aller deutschen Frauen können lesen und schreiben, 72 Prozent wenden Familienplanung an. Dagegen sind zwei Drittel aller äthiopischen Frauen Analphabetinnen und nur sechs Prozent von ihnen nutzen moderne Verhütungsmethoden.

Bildung :Mädchen benachteiligt
Für Mädchen ist die Ausbildungssituation in den ärmsten Ländern besonders prekär: Weltweit besuchen 103 Millionen Kinder keine Schule, obwohl sie im Grundschulalter sind. 58 Millionen von ihnen sind Mädchen. Insgesamt machen 85 Prozent aller Jungen und nur 76 Prozent aller Mädchen einen Grundschulabschluss.
Fast dreiviertel der Kinder ohne Schulausbildung kommen aus Afrika südlich der Sahara und aus Süd- und Westasien. In beiden Regionen besuchen jeweils etwa 22 Millionen Mädchen nicht die Schule.

Wenn Familien zu arm sind, um Schulgebühren zu finanzieren, sind es meistens die Mädchen, die zu Hause bleiben müssen. Armut ist dem Bericht zufolge aber nicht der einzige Hinderungsgrund für den Schulbesuch. Häufig ist auch der kulturelle Hintergrund ausschlaggebend: So ist die Wahrscheinlichkeit, dass ein Mädchen eine Grundschule besucht im reichen Saudi-Arabien mit nur 57 Prozent sehr viel geringer als im armen Kenia. Kinder in Afghanistan sind am stärksten benachteiligt: In dem Bürgerkriegsland gehen nur 23 Prozent aller Kinder in die Grundschule.

Schulbesuch als Investition in die Zukunft
Dabei ist der Schulbesuch von Mädchen eine wichtige Investition für die kommende Generation. Eine gute Ausbildung ermöglicht es den Mädchen von heute, das Leben ihrer Kinder in der Zukunft zu schützen. Denn die Kinder von Müttern ohne jegliche Schulbildung sind einem mehr als doppelt so hohen Risiko ausgesetzt, während des ersten Lebensjahres zu sterben oder an Unterernährung zu leiden, als die Kinder von Müttern mit Sekundarschulbildung.
Die Autoren des State of the Mother's Report empfehlen im Wesentlichen, Schulgebühren abzuschaffen, die Qualität der Ausbildung zu verbessern und den Ausbau der Sekundarausbildung für Mädchen stärker zu fördern.
mh

Den State of the Mother's Report finden Sie im Internet unter
www.savethechildren.org/ mothers/report_2005/images/SOWM_2005.pdf

Entnommen DSW [newsletter] mai 2005
Mit freundlicher Genehmigung
„www.weltbevoelkerung.de"


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