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Die Müttersterblichkeit in Afrika muss sinken

Eine Studie belegt, dass eine niedrigere Müttersterblichkeit von überragender Bedeutung für das Erreichen der UN-Millenniumsziele ist.

"Das Sterben der Mütter beenden!" lautet der Titel einer Studie, die prüft, inwieweit 17 Länder Afrikas südlich der Sahara die Millennium-Entwicklungsziele erreichen können. Der Schwerpunkt der Untersuchung, die die Millennium-Kampagne der Vereinten Nationen Ende letzten Jahres vorlegte, liegt auf der Verbesserung der Müttergesundheit sowie auf der Frage, ob Frauen und Mädchen angemessene Chancen bei Ausbildung und Berufswahl erhalten.

Die Studie kommt zu dem Ergebnis, dass die Millenniumsziele in keinem dieser Länder erreicht werden können, wenn Frauen nicht gestärkt werden und ihre Grundrechte und Bedürfnisse unberücksichtigt bleiben. Im Ländervergleich zeige sich, dass Armut reduziert und das Wohlergehen aller verbessert werden kann, wenn Benachteiligungen von Frauen beseitigt werden. Besondere Bedeutung haben in diesem Zusammenhang der Zugang zu Bildung, zu ausreichend bezahlter Arbeit im Sinne eines menschenwürdigen Lebensunterhalts und eine verbesserte Vertretung von Frauen in den politischen Strukturen auf allen Ebenen.

Bildung und Gesundheitsfürsorge sind von zentraler Bedeutung

Die bedeutendsten Herausforderungen im Bildungsbereich macht die Studie in der großen Zahl von Jugendlichen und jungen Heranwachsenden aus: Sie stellen in fast allen untersuchten Ländern bis zu zwei Drittel der Gesamtbevölkerung. Es ist weiterhin keineswegs selbstverständlich, dass Mädchen die gleichen Ausbildungschancen geboten werden wie Jungen. Insbesondere in Ländern, in denen Konflikte ausgetragen werden oder in denen der Frieden noch zerbrechlich ist, bestehen teils massive Schwierigkeiten, wenn es um die Stärkung von Frauen und Mädchen geht. Eine gute Ausbildung wiederum aber beschreibt die Studie als eine wichtige Voraussetzung für die Gesundheit von Müttern. Denn je höher der Schulabschluss junger Frauen ist, desto später bekommen sie in aller Regel Kinder, und auch die zeitlichen Abstände zwischen den Geburten werden größer. Das dient nicht nur der Gesundheit der Mütter, sondern auch der der Kinder. Zudem können umfassender ausgebildete Frauen besser informierte Entscheidungen fällen und besser für den Lebensunterhalt der Familien sorgen. Je ärmer das Land ist, in dem die Frauen leben, umso wichtiger werde der Zugang zu Bildung für Frauen.
In Bezug auf die Müttersterblichkeit habe Südafrika die größten Fortschritte gemacht. Generell stellten die Autoren der Studie fest, dass in Ländern mit hoher Müttersterblichkeit auch weniger Verhütungsmittel zur Verfügung stehen und weniger Geburten fachkundig betreut werden. Sie empfehlen, vor allem die Gesundheitsfürsorge für Schwangere zu verbessern, indem das öffentliche Gesundheitswesen gezielt ausgebaut wird. Die Schlüsselbotschaft an die Politik lautet: Die überwiegende Mehrzahl der Todesfälle von Frauen infolge von Komplikationen bei der Geburt ist vermeidbar. Die Müttersterblichkeit zu senken, ist nicht nur eine gesundheitspolitische Aufgabe, sondern eine menschenrechtliche Verpflichtung.

Praktische Umsetzung

In Äthiopien setzt der Bevölkerungsfonds der Vereinten Nationen (UNFPA) zusammen mit äthiopischen Gesundheitsbehörden nun einen Zweijahresplan zu Verbesserung der Gesundheit von Müttern und ihren Babys um. Das meldete das äthiopische Büro des WALTA-Centers Anfang Januar. Das Kinderhilfswerk der Vereinten Nationen (UNICEF), die Weltgesundheitsorganisation (WHO) und die Weltbank unterstützen das Projekt ebenfalls. Ziel ist es, die Gesundheitsfürsorge für Mütter und Neugeborene nicht nur auszubauen, sondern auch qualitativ zu verbessern und Management, Qualitätssicherung sowie die institutionellen Kapazitäten zu stärken. Derzeit liegt die Müttersterblichkeit in Äthiopien mit 720 Todesfällen pro 100.000 Lebendgeburten nur leicht unter dem afrikanischen Durchschnitt von 820 pro 100.000. Die Säuglingssterblichkeit beträgt 77 pro 1.000 Lebendgeburten. Im afrikanischen Mittel sterben 80 von 1.000 Neugeborenen.

Die Studie "End women dying giving life!" kann bei der UN-Millennium-Kampagne Deutschland als PDF heruntergeladen werden.
Quelle: Millennium-Kampagne der Vereinten Nationen, Afrika, 2009; Walta Information Centre Website, Addis Adeba, 7. Januar 2010

Mit freundlicher Genehmigung

dsw-(news) Januar 2010