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Zu wenig Hilfe für Familienplanung

Trotz des Anstiegs der Entwicklungshilfe für reproduktive Gesundheit im Allgemeinen sind die Ausgaben für Familienplanung erheblich gesunken: von 723 Millionen US-Dollar in 1995 auf nur 376 Millionen in 2004.

Trotz des Anstiegs der Entwicklungshilfe für reproduktive Gesundheit im Allgemeinen sind die Ausgaben für Familienplanung erheblich gesunken: von 723 Millionen US-Dollar in 1995 auf nur 376 Millionen in 2004.
Die weltweite Entwicklungshilfe für reproduktive Gesundheit – darunter Sexualaufklärung, Verhütung, Prävention von HIV/Aids sowie Gesundheitsversorgung rund um Schwangerschaft und Geburt – hat sich in den vergangenen fünf Jahren verdoppelt. Während die Geberländer im Jahr 2000 noch 2,6 Milliarden US-Dollar dafür bereitstellten, waren es 2004 fast 5,3 Milliarden Dollar. Für 2005 werden die Hilfsleistungen sogar auf 6,1 Milliarden Dollar geschätzt. Dies geht aus dem aktuellen Bericht der Vereinten Nationen über die Finanzierung des Kairoer Aktionsprogramms, das 1994 auf der Weltbevölkerungskonferenz verabschiedet wurde, hervor.

Hilfe für Familienplanung hat sich halbiert

Trotz dieser positiven Gesamtbilanz offenbart der Bericht große Lücken bei der Finanzierung der Ziele von Kairo. So fließen immer weniger Hilfsleistungen in Maßnahmen der Familienplanung: "Zwischen 1995 und 2004 ist der Anteil der Gelder, die für Familienplanungsdienste bestimmt waren, von fünfzig auf nur neun Prozent der Entwicklungshilfe im Bereich der reproduktiven Gesundheit gesunken", so Thoraya Ahmed Obaid, Exekutivdirektorin des UN-Bevölkerungsfonds, UNFPA. Während 1995 noch 723 Millionen Dollar für Familienplanung zur Verfügung standen, ist der Betrag heute mit 376 Millionen Dollar sogar nur noch halb so hoch wie vor zehn Jahren.

16 Milliarden Dollar für Kampf gegen HIV/Aids benötigt

Nach Angaben von UNFPA konzentrieren sich einige große Geberländer zunehmend auf HIV/Aids und haben die Hilfsmittel umverteilt. So stieg der Anteil der Entwicklungshilfe für HIV/Aids am Gesamtpaket reproduktive Gesundheit im selben Zeitraum von neun auf 56 Prozent. Dies ist auch darauf zurückzuführen, dass aufgrund der schnellen Ausbreitung der Epidemie heute erheblich mehr Mittel benötigt werden, als noch 1994 angenommen. Die UN schätzen, dass im Jahr 2006 etwa 16 Milliarden Dollar allein für den Kampf gegen HIV/Aids benötigt werden.

Angesichts der Tatsache, dass weltweit 200 Millionen Frauen nicht verhüten können, obwohl sie es wollen, sei es dringend nötig, mehr Hilfsmittel für Familienplanung bereitzustellen. "In Afrika südlich der Sahara hat jede vierte Frau keinen Zugang zu den gewünschten Verhütungsmitteln. Gleichzeitig ist dies die Region mit der bittersten Armut und dem schnellsten Bevölkerungswachstum", hob Obaid hervor.

Aus DSW[newsletter] Juni 2006
Mit freundlicher Genehmigung