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Umwelt und Gesundheit

Schlechte Umweltbedingungen können tödlich sein

Weltgesundheitsorganisation legt Bericht vor

Mit dem Bericht der Weltgesundheitsorganisation (WHO) wird erstmals das Ausmaß der durch Umweltbedingungen verursachten Krankheiten und Todesfällen quantifiziert. 24% aller Krankheitsfälle und 23% der Todesfälle weltweit werden durch beeinflussbare Umweltbelastungen hervorgerufen.

Dass schmutziges Wasser und Schadstoffe krank machen und schlimmstenfalls zum Tod führen können, ist gut nachvollziehbar, doch wie wichtig sind Umweltfaktoren eigentlich für die Gesundheit? Die WHO hat erstmals versucht, systematisch abzuschätzen, wie viel Schaden von Menschen gemachte oder veränderbare Umwelt-bedingungen weltweit anrichten.1) Dabei fasst die WHO den Begriff Umwelt bewusst weit.

Den Spitzenplatz bei den Erkrankungen nimmt der Durchfall ein, der nach Schätzung der WHO zu 94% durch unsauberes Trinkwasser, fehlende Kanalisation und fehlende Hygiene verursacht wird, lnfektionen der unteren Atemwege folgen auf Platz zwei, Umweltfaktoren bedingen 41% dieser Infektionen. Die Ursache sind in armen Ländern die häufig üblichen offenen Herdfeuer in Wohnungen, aber auch Luftverschmutzung und Passivrauchen. Unfälle am Arbeitsplatz oder im Haushalt folgen auf Platz drei. Die Verbreitung der Malaria (Platz vier) hat auch viel mit Umweltbedingungen zu: tun. Dabei spielen für das Ansteckungsrisiko, die Siedlungspolitik, das Wassermanagement, die Hausbautechniken und die schlechte oder fehlende Kanalisation eine Rolle.
Menschen in armen Lände sind insgesamt 15-mal so hohen umweltbedingten Krankheitsrisiken ausgesetzt wie Menschen in Industrieländern. Die Wahrscheinlichkeit, umweltbedingt an Durchfall oder Infekten der unteren Atemwege zu erkranken, ist in den ärmsten Regionen sogar 120 bis 150 mal so hoch wie in den
entwickeltsten Regionen.

In reichen Ländern schlagen schlechte Umweltbedingung dafür sieben mal so häufig aufs Herz wie in der Dritten Welt. Auch umweltbedingter Krebs ist in Industrieländern vier mal häufig.

Dagegen kann man etwas tun: Der zu solchen Krankheiten beitragende Bewegungsmangel könnte durch eine Fußgänger- und fahrradfreundliche Stadtplanung, durch mehr Parks, durch die Umgestaltung von Arbeitsplätzen und anderen Maßnahmen um rund ein Drittel reduziert werden.

Sauberes Wasser-Vorraussetzung für Gesundheit

Kinder am stärksten betroffen
Schlechte Umweltbedingungen treffen Kinder besonders hart. Sie werden fünf mal so häufig krank wie die Gesamtbevölkerung. Ein Viertel- aller Todesfälle von Kindern unter fünf Jahren lässt sich
den Umweltaspekten von nur Krankheiten zuordnen (Durchfall, Atemwegserkrankungen und Malaria). Kinder in armen Ländern sind wiederum acht mal so häufig betroffen wie Kinder in reichen Regionen der Welt. Vier Millionen Kinder sterben jedes Jahr durch Erkrankungen, die durch vermeidbare Umwelteinflüsse verursacht sind.

WHO Report wichtiger Schritt
Es ist verdienstvoll, dass sich die WHO dem Thema Umwelt gewidmet hat, auch wenn noch etliche Fragen offen bleiben:
Viele Zahlen beruhen auf Schätzungen. Die Langzeitwirkungen von Umweltschadstoffen auf Kinder sind noch nicht gut untersucht und deshalb in dem Bericht gar nicht berücksichtigt worden.
Die gute Nachricht an dem WHO-Bericht ist, dass sich die gesundheitsgefährdenden Umweltbelastung drastisch reduzieren lassen. Sie sind schließlich von Menschen gemacht und vielfach lassen sie sich ohne großen Kostenaufwand verringern. Man muss es nur wollen. In erster Linie spricht die Vermeidung von unnötigem Le dafür, aber auch die volkswirtschaftlichen Kosten von Krankheit und frühem Tod sind nicht zu unterschätzen. (JS)

A. Prüss-Üstün and C. Corvalän. Preventing Disease Through Healthy Environments. Geneva 2006: WHO www.who.int/quantifying/ehimpacts/publications/preventingdisease/en/index.html

Mit freundlicher Genehmigung
entnommen: Pharma-Brief, Nr.4 Juli/August 2006
www.bukopharma.de

Abbildung: David Werner, "Where there is no doctor".
Die Zeichnungen vermitteln einen Eindruck vom Zusammenhang Umwelt und Gesundheit. Überlegen Sie, welche Krankheiten durch die dargestellten Verhältnisse entstehen können.