MALARIA

WHO stoppt Einsatz von Impfstoff
Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) hat sich vorerst gegen den breiten Einsatz des weltweit ersten Malaria-Impfstoffs RTS,S ausgesprochen. Die Effektivität sei zu begrenzt und die dafür nötige Impfroutine zu aufwendig, lautete die Begründung. Erst im Juli hatte die Europäische Arzneimittelbehörde (EMA) die Zulassung der Malaria-Vakzine empfohlen. Eingesetzt werden sollte sie bei Babys in Malariarisikogebieten in Afrika: die ersten drei Dosen im Abstand von je einem Monat, die vierte eineinhalb Jahre später. Die entscheidende Frage sei, wie sichergestellt werden könne, dass die Kinder alle vier Dosen bekommen, sagte Jon Abramson, Vorsitzender der Strategischen Beratergruppe von Impfexperten der WHO. Das sollen nun mehrere Pilotstudien untersuchen. Erst wenn die Ergebnisse vorlägen, könne man eine endgültige Entscheidung treffen. Erschwert wird die Bewertung des Impfstoffs auch dadurch, dass er einen deutlich geringeren Schutz bietet als die meisten anderen Impfungen. Studien belegten, dass die Zahl der Malariafälle bei sechs bis zwölf Wochen alten Babys um 27 Prozent gesenkt werden konnte, bei fünf bis 17 Monate alten Babys um 46 Prozent. zyl

Mit freundlicher Genehmigung Dt. Ärzteblatt Jg 112, Dez. 2015


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