Mädchen in Ostafrika

Mädchen in Ostafrika: Gesundheit und Bildung hängen eng zusammen

Studien bestätigen: Wenn Mädchen länger zur Schule gehen, benutzen sie eher Verhütungsmittel, heiraten später und bekommen später ihr erstes Kind.

In Ruanda verhüten nur 43 Prozent der Frauen ohne Schulbildung. Bei Frauen, die eine weiterführende Schule besucht haben, sind es immerhin 60 Prozent. Das zeigt der Rwanda Demographic and Health Survey 2010 (DHS), welcher der Stiftung Weltbevölkerung bereits in der vorläufigen Fassung vorliegt. Der enge Zusammenhang von Bildung und Gesundheit von Mädchen und Frauen wird auch durch die DHS weiterer ostafrikanischer Staaten bestätigt.

Bildung verhindert Teenagerschwangerschaften und Kinderheirat

Der Besuch einer weiterführenden Schule geht bei Mädchen einher mit Sexualaufklärung und dem vermehrten Wissen zum Thema Familienplanung. Das trägt maßgeblich dazu bei, Teenagerschwangerschaften zu verhindern. So bekommen tansanische Frauen ohne Bildung mehr als acht Mal so häufig vor ihrem 19. Geburtstag ein Kind wie Frauen mit weiterführender Bildung (52 Prozent versus 6 Prozent). Zudem bekommen gebildete Frauen nachweislich weniger Kinder, wie auch das Beispiel Kenia zeigt: Hier bringen sie durchschnittlich 3,1 Kinder zur Welt. Die durchschnittliche Kinderzahl von Frauen ohne Bildung liegt hingegen bei 6,7.

Der Zugang zu Bildung und Familienplanung ermöglicht es Mädchen, ihre eigenen Rechte wahrzunehmen. So sind junge Frauen mit weiterführender Bildung deutlich seltener von früher Heirat betroffen. Das belegen beispielsweise Daten aus Kenia: Dort heiraten Frauen, die eine weiterführende Schule besucht haben, durchschnittlich mit 22,4 Jahren – fünf Jahre später als Frauen, die nicht zur Schule gegangen sind. In Tansania ist der Unterschied mit knapp sechs Jahren sogar noch größer. In Uganda heiraten Frauen generell zwar früher als in anderen ostafrikanischen Ländern. Aber auch dort sind gebildete Frauen vier Jahren später dran.

Auf die Situation und das Potenzial von afrikanischen Mädchen macht die Stiftung Weltbevölkerung mit der Mädchenkampagne „Sign of Life“ aufmerksam. Kampagnenstart ist am 26. September, dem Weltverhütungstag.

Mehr zu demm Engagement für Mädchen unter: http://www.weltbevoelkerung.de/maedchen

Quelle: Measure DHS, Rwanda Demographic and Health Survey 2010 (vorläufige Version); The EastAfrican, 3. September 2011.


aus:
DSW-(News) September 2011
Mit freundlicher Genehmigung



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